Hähnchenschenkel, Chicken Wings, Frikadellen und Fleischkäse: Die Auswahl bei den Fleischgerichten lässt kaum Wünsche offen.

HÖHEPUNKTE & HINTERGRÜNDE


Von null auf hundert in drei Jahren

Gastronomie Frische Fleischkäsebrötchen, heiße Frikadellen, knackiges Gemüse und sahniges Gratin: Nur 3 Jahre nach ihrer Einführung bei REWE geht die 100. Hot Bar ans Netz. _aba

Ein Donnerstagvormittag in den Sommerferien. Es ist 10 Uhr. Die Hot Bar im REWE-Markt von Sven Sprenger in der Düsseldorfer Kö Galerie ist gerade frisch gefüllt, als die ersten Kund:innen zu Pappschüsseln und Brötchentüten greifen und diese emsig mit Gemüse, Beilagen und knusprig-braunen Fleisch-Snacks befüllen.

Viele entscheiden sich für das Tagesgericht. Heute stehen Schweinemedaillons mit Rosmarinkartoffeln und Speckbohnen auf dem Menüplan des deli am Markt. Mit ihrem wechselnden Angebot aus der gutbürgerlichen Küche bietet die SB-Insel vor der Servicetheke Abwechslung auf dem Speisezettel und eine Alternative zu den allgegenwärtigen Imbissgerichten.

Gastronomie im Handel

Die Gastronomie in deutschen Supermärkten boomt. Sie verzeichnete laut EHI Retail Institute 2024 ein Wachstum von 6,1 Prozent, mit einem erwarteten Rekordumsatz von fast 13 Milliarden Euro im Jahr 2025. Während klassische Restaurants mit Kostensteigerungen, Personalmangel und Kundenschwund kämpfen, haben Supermärkte das Außer-Haus-Geschäft als lukratives Standbein entdeckt. Erfolgsfaktoren sind dabei professionelle Konzepte, standardisierte Module und eine zentrale Steuerung, so das EHI.

Mit Gemüse, Beilagen, knusprigen Fleisch-Snacks und täglich wechselnden Mittagsmenüs ist die Hot Bar eine echte Alternative zur Imbissbude.

Die sogenannte Insel ist die häufigste Variante der Hot Bar. Dank modularer Bauweise passt sie für fast alle Verkaufsflächen.

„Unsere stärksten Artikel sind Frikadellen, Fleischkäse und Schnitzel“, erklärt Sven. „Außerdem geht das jeweilige Tagesgericht sehr gut.“ Heißes zum Mitnehmen gibt es bei REWE schon länger. Meistens werden die duftenden Speisen an der Servicetheke verkauft. Die Hot Bar hingegen ist relativ neu. Analog der beliebten Salatbar können Kund:innen hier ihre herzhaften Snacks selbst zusammenstellen. Ob Frikadellenbrötchen oder ein komplettes Mittagsmenü – das meiste wird zum Pauschalpreis je 100 Gramm abgerechnet. Ausnahmen sind (halbe) Hähnchen und Hähnchenschenkel. Diese werden nach Stückpreisen verkauft.

Großes Potenzial

Thomas Bähner, Head of Gastronomische Konzepte bei REWE, sieht derzeit in der Hot Bar Potenzial für rund ein Drittel aller REWE-Märkte. Die Marktverantwortlichen können die für sie passendste Lösung im Baukastensystem aus drei deli Bar-Formaten zusammenstellen. Dabei können heiß und kalt sowie – innerhalb einer Thekenstrecke - SB und Bedienung miteinander kombiniert werden. Die häufigste Lösung ist die Hot Bar-Insel, deren Handhabung den Kund:innen bereits durch die Salatbar vertraut ist.

Thomas Bähner Head of Gastronomische Konzepte bei REWE

>Gastronomische Angebote gehören heute in hochfrequentierten Märkten zum Konzept eines Vollsortimenters.<

Gut gestartet

Interview Seit zehn Jahren betreibt Sven Sprenger den REWE-Markt in der Kö Galerie in Düsseldorf. Seit März 2026 testet der Markt die Hot Bar – mit großem Erfolg. _aba

ECHO!  Sven, was sollte man beachten, wenn man eine Hot Bar anschaffen möchte?

Sven Sprenger Es braucht natürlich einen Platz dafür, aber auch ein Teammitglied, das die Hot Bar betreuen möchte. Wenn es jemanden gibt, der sie nicht einfach nur mit Convenience befüllt, sondern selbst auch Gemüse schnippelt und Salate anmacht, hat das einen enormen Mehrwert. Denn auch wenn nicht jeder Markt einen Koch und eine Küche hat, lässt sich einiges in Eigenproduktion vorbereiten. Ich hatte das Glück, dass ich immer schon Leute hatte, die auf so etwas richtig Lust hatten. Es gibt aber auch REWE-seitig eine breite Angebotsvielfalt an hervorragenden Sortimenten, sollte eine Eigenproduktion im Markt keine Option sein. Wer in Convenience stark ist, wird auch mit der Hot Bar erfolgreich sein.

ECHO!  Wie häufig muss die Hot Bar nachgefüllt werden?

SSR Das geht bei uns kontinuierlich, vom späten Vormittag bis zum Nachmittag. In dieser Zeit wird durchgebacken, und es pendelt permanent jemand vom Ofen zur Hot Bar und zurück. Was bis 17 Uhr nicht verkauft wurde, können wir im Rahmen der zulässigen Produktstandzeiten entweder als Take-away verpacken oder vereinzelt gekühlt aus der Salatbar verkaufen. Insgesamt haben wir unsere Gastroumsätze mit der Hot Bar verdoppelt.

Typische Merkmale der Hot Bar:

  • Warme Mittagsgerichte, Snacks und Imbissangebote
  • Selbstbedienung statt Bedienungstheke
  • Abrechnung nach Gewicht oder Stückpreis
  • Ergänzung zu Salatbar, deli-Service oder weiterer deli am Markt-Konzepte
  • Vor allem für Kund:innen, die eine Mahlzeit „to go“ suchen

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