Kristin Naumann: Die Thüringerin ist im wortwörtlichen Sinn ein Kind der REWE-Familie und in die Genossenschaft buchstäblich hineingewachsen.
MENSCHEN & ERFOLGE
Kristins REWE
Kauffrauen Anfang 2025 wagte Kristin Naumann den Schritt in die Selbständigkeit. Mit einem treuen Team, einem nützlichen Netzwerk sowie Rat und Tat durch REWE ist sie heute auf gutem Kurs. _ aba/ree
Mit Anfang vierzig sagte sich Kristin Naumann: „Nun bin ich mal dran“ – privat wie beruflich. Die Kinder waren aus dem Gröbsten raus. Sie selbst führte als Marktmanagerin den Super- und Getränkemarkt ihres Ex-Mannes Christian Naumann in der mittelhessischen Gemeinde Ebsdorfergrund. Anfang 2025 machte sie sich dann mit eben diesem Markt selbständig: Aus „REWE Naumann“ wurde „Kristins REWE“.
Unterstützung aus der Zentrale
Für die heute 44-Jährige war Selbstständigkeit kein Sprung ins kalte Wasser. Sie kannte den Markt, das Team und die Strukturen – und dennoch veränderte sich Wesentliches: „Jetzt trage ich die Verantwortung für alles. Alle Entscheidungen treffe ich als Kauffrau selbst.“ Unterstützung kommt aus der Zentrale. „Ein fester Ansprechpartner steht mir zur Seite und kommt etwa einmal im Monat im Markt vorbei. Wir schauen gemeinsam auf Zahlen, Probleme und Potenziale. Kurz: Ich fühle mich gut aufgehoben und nicht allein.“
Diese Erfahrung war für sie eine Überraschung. „Dass REWE uns Jungkaufleute so eng begleitet, hatte ich nicht erwartet.“ Wichtig sei auch die Chat-Gruppe mit denen, die zeitgleich den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben. „Der Austausch hier ist enorm wertvoll. Wir stehen ja alle vor ähnlichen Herausforderungen.“
Schaut man auf ihre Biografie, wirkt der Weg in die Selbständigkeit nicht überraschend. Naumann ist im wortwörtlichen Sinn ein Kind der REWE-Familie. Ihre Mutter Gudrun Glock gründete zur Wendezeit in Suhl,Thüringen, ihren ersten REWE-Markt, ihre Schwester Katja Fiedler führt das Familienunternehmen mit zwei Geschäften heute fort. Nach Ausbildung und Marktleitungserfahrung wechselte Naumann 2006 nach Mittelhessen. Den Schritt in die Selbständigkeit verschob sie auf später. „Solange die Kinder klein waren, war es vernünftig, zu warten.“ Als der passende Zeitpunkt kam, bewarb sie sich mit einem Konzept, das auf den Säulen Regionalität, Mitarbeitende, Kund:innen sowie Genossenschaft beruhte – beim ersten Anlauf ohne Erfolg. Sie ließ sich nicht entmutigen und überzeugte im zweiten Anlauf. „Ich glaube, vielen Frauen fehlt im Vorfeld der Mut. Und manchmal auch der Rückenwind.“
Erfolgsfaktor Netzwerken
Netzwerken ist für Naumann ein zentraler Faktor, um langfristig mit ihrem Markt erfolgreich in der Region verankert zu sein. Sie nutzt Angebote der IHK und engagiert sich als Vorstand im kommunalen Gewerbeverein. „Es war mir wichtig, als Kauffrau wahrgenommen zu werden. Und zu zeigen, wer der Mensch dahinter ist.“
Mensch und Kauffrau offenbaren sich schon einen Schritt vor dem Markt: Auf dem Eingangsschild prangt groß „Kristins REWE“. Acht Buchstaben für einen Neubeginn, der auf festem Fundament steht: Denn das gesamte Team, das Naumann zuvor als Marktmanagerin führte, ist geblieben. Rund 60 Mitarbeitende arbeiten heute im Markt, etwa 70 Prozent davon sind Frauen, alle Führungspositionen sind weiblich besetzt. „Wir stimmen uns eng ab, arbeiten auf Augenhöhe.“ Als Benefit bietet sie eine Zusatzkrankenversicherung, das kommt gut an. Im Sommer startet der erste Azubi, er kam über seinen Aushilfsjob auf den Geschmack.
Mut lohnt sich
Was sie anderen Frauen mit auf den Weg geben möchte, kann sie inzwischen klar formulieren: „Habt den Mut, diesen Schritt zu gehen. Ihr werdet es nicht bereuen.“ Denn selbständige Kauffrauen ernten, was sie säen. „Man arbeitet für sich und sieht den Erfolg.“ Dass sie heute entspannter wirkt als noch im ersten Jahr, verwundert sie selbst kaum. „Ich habe schnell gemerkt: Ich schaffe das.“

Anfang 2025 wurde aus „REWE Naumann“ „Kristins REWE“.
Das Kaufleute-Assessment-Center
ist Teil eines mehrstufigen Auswahlprozesses und wird seit 2023 zentral in Köln durchgeführt. Seither nahmen 431 Kandidat:innen teil. Im Fokus stehen unternehmerisches Denken, betriebswirtschaftliche Marktsteuerung und Mitarbeitendenführung. Das AC kann nach zwei Jahren wiederholt werden.
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